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29.11.2013 17:28 Age: 4 yrs
By: Susanne Grimm

Kreis will die Pegel aller kleinen Flüsse messen

Übung der Notfallseelsorge - Beispiel: Hochwasser im Laucherttal


Kreis will die Pegel aller kleinen Flüsse messen (Foto: Picasa)

STETTEN a.k.M. - Bei einem Schulungstag der Sektion Notfallseelsorge des Landkreises Sigmaringen stand die Bewältigung einer Großschadenslage auf dem Programm. Am Beispiel des Hochwassers im Laucherttal im Mai dieses Jahres erläuterte Michael Hack vom Brand- und Katastrophenschutz des Kreises die Situationen vor Ort.


Anhand eines Films, aufgenommen aus einem Polizeihubschrauber, ging Hack auf die Besonderheiten ein. Da es niemals ein solches Hochwasser im Laucherttal gegeben hatte, sahen sich sowohl die Rettungskräfte als auch die Bevölkerung dieser Katastrophe völlig unvorbereitet gegenübergestellt. Das Laucherthochwasser sei im Gegensatz zur Donau „nicht planbar“ gewesen, denn das Flüsschen sei noch nie „bepegelt“ gewesen, so Hack.


Wie Hack sagte, sei eine der Lehren, dass künftig die Pegel aller kleinen Flüsse im Landkreis gemessen werden. Auch die Kommunikation unter den Rettungskräften müsse deutlich besser werden. Es habe sich gezeigt, dass durch aufgewühlte Emotionen und die tagelang anhaltende Notsituation deutliche Kommunikationsschwierigkeiten aufgetreten seien.

Hack verwies auf einen weiteren wesentlichen Punk: „Die Bevölkerung muss wissen, dass jeder, der eine Schadenslage mitbekommt oder davon betroffen ist, die 112 anrufen soll. Auch dann, wenn jeder bereits die Sirenen und den Alarm hört“. Dies sei wichtig, damit der Umfang und die Örtlichkeiten des Einsatzes abgeschätzt und eingegrenzt werden können. Die Hilfskräfte überblicken bei einer solchen Katastrophe das Ausmaß nicht automatisch, deshalb sei jeder Anruf von Bedeutung und werde registriert.


Eine kurze Darstellung des Einsatzablaufes zeigte, dass rund 1000 Helfer aktiv waren, die rund 15000 Stunden im Einsatz waren. Dabei seien die unzähligen helfenden Hände aus der Bevölkerung nicht mitgerechnet, so der Kreisbrandmeister. 35 Feuerwehren mit insgesamt 97 Fahrzeugen aus den Landkreisen Sigmaringen, Ravensburg und dem Zollernalbkreis sowie je eine aus Konstanz und dem Bodenseekreis, sechs Ortsverbände des Technischen Hilfswerks mit 24 Fahrzeugen samt Hänger und 13 Ortgruppen des DRK-Kreisverbands Sigmaringen mit 16 Fahrzeugen waren bei dem Laucherthochwasser im Einsatz, dazu kamen noch die Polizei (ein Hubschrauber, zehn Fahrzeuge) sowie Helfer des Landratsamts und des Regierungspräsidiums.


Zu Beginn des Schulungstages übergab Wolfgang Müller von der Landesbank an Pfarrer Edwin Müller zehn Einsatzmappen für die führenden Notfallseelsorger, die neben Block und Stift weitere Dinge enthalten, die für Notfalleinsätze wichtig sind.

 

Schwäbische Zeitung, 29.11.2013